Es gibt ein paar Wörter, die ich bisher nicht so mochte. Sie erinnerten mich an Situationen, mit denen ich nichts zu tun haben wollte. So ein Wort war auch «Disziplin».

Mittlerweile weiß ich, dass dieser Widerstand und dieses Gefühl der Enge, das dann aufkam, sich aus alten Mustern nährte. Aus Erinnerungen und Verknüpfungen, die sich in meinem Körper festgesetzt hatten.

Wenn ich nun heute das Wort „Selbstdisziplin“ betrachte, habe ich kein schlechtes Gefühl mehr dabei.

Selbstdisziplin ist gar nicht so streng, wie es sich vielleicht anhört.
Es stellt sogar für viele Dinge eine Lösung in Aussicht,
bringt große Freiheit und ist sehr dienlich.

In meinem letzten Beitrag über zu wenig Zeit schrieb ich, wie ich meine eigene Überforderung reduziert habe. Durch Entscheidungen und Loslassen.
Ganz im Hinterstübchen rührt sich zwar manchmal noch die kleine Nörglerin und meint, ich müsste doch so viel mehr machen, um zu….

„Still“, sage ich dann, „du willst mich nur wieder unter Druck setzen. Ich mache genug, ich weiß, dass ich sehr viel tue“.

Ich will der Nörglerin keinen Raum in mir lassen.

Aufgaben sind genug da, immer noch, viele verschiedene, vielleicht ist es deshalb so schwierig, zur inneren Ruhe zu kommen?

Nein, ich glaube, ich muss meine Aufgaben aus meinem Kopf in eine Struktur bringen. Manche meinen ja, wenn man sich alles im Kopf merken kann, ist das Gedächtnistraining. Ich sehe das etwas anders. Gedächtnistraining macht Spaß, solche Übungen mache ich manchmal auch gerne.
Aber warum soll ich mir all die Aufgaben verschiedenster Couleur in meinem Kopf speichern?

Was ich in meinem Kopf speichern möchte, sind gute Gedanken und Anregungen, die mich inspirieren, Gefühle, in die ich mich hineinfallen lasse, Ideen und Menschen, die mich weiter bringen in meiner persönlichen Entwicklung.

Aber Aufgaben?

Nein, die sehe ich lieber irgendwo aufgeschrieben zum Erinnern, Ausführen und Durchstreichen.

Wie schon im letzten Artikel erwähnt, notiere ich mir alle Aufgaben, die ich habe, kunterbunt auf einem Blatt Papier oder im PC. Du kannst diese Liste auch liegen lassen und immer wieder ergänzen, wenn dir was einfällt.

Beim Schreiben merke ich, wie unterschiedlich die Aufgaben sind. Persönliche, familiäre, berufliche, sowie spirituelle, seelische, körperliche und soziale.

So, da ist sie nun, diese Liste. Chaotisch, ewig lang, egal. Erst mal freue ich mich, dass das aus meinem Kopf ist. Jetzt brauche ich nicht mehr daran zu denken. Da steht es, nicht zu übersehen. Erleichterung.

Welche Aufgaben benötigen Selbstdisziplin?

Die Aufgaben sind glücklicherweise sehr unterschiedlich, manche lassen sich sofort, in einigen Stunden erledigen. Andere brauchen einen Anlauf und etwas Zeit. Und wieder andere sind eher Ziele und noch ziemlich weit weg.

Jetzt geht es darum, sie zu sortieren. Du wirst sehen, dann ist es nicht mehr so schlimm, denn viele Aufgaben müssen nicht gleich erledigt werden. Und bedrücken müssen sie dich auch nicht, denn vergessen kannst du sie nicht mehr, du hast es schwarz (oder bunt) auf weiß.

Als kleine Hilfe zeige ich dir in Beispielen, wie du deine Aufgaben nun aufteilen kannst:

Schnell zu erledigende Aufgaben

  • Die Pflanze wartet schon lange, umgetopft zu werden? Tu es!
  • Wen wolltest oder solltest du schon lange mal wieder anrufen? Ruf an!
  • Der Vorsorgetermin steht schon lange an? Nimm das Telefon in die Hand!
  • Das kleine Loch im Zahn schmerzt immer öfters? Mach einen Termin aus!
  • Die Besteckschublade ist voller Krümel. Hör schöne Musik beim Saubermachen!
  • Die Schuhabsätze werden immer krummer. Geh zum Schuster!
  • Dein Auto zeigt immer wieder denselben Fehler. Nichts wie ab in die Werkstatt!
  • Ein Text oder Brief muss noch raus. Konzentriere dich und schreibe!

Dies habe ich in den letzten Jahren intensiv gelernt:
Wichtig ist bei den schnell zu erledigenden Aufgaben, nicht allzu lange zu schieben und zu warten. Das erhöht den Druck, vergrößert das Unbehagen und macht den Aufgabenberg immer höher.

Die kleinen Aufgaben sollten wir einfach tun, ohne viel Energie da reinzustecken und am besten so zeitnah wie möglich. Erkannt, erledigt, abgehakt.

Das Erfreuliche

Das Erfreuliche dabei ist, darunter fallen auch schöne Dinge, die wir für uns selbst zu erledigen haben, um uns körperlich und seelisch gesund zu erhalten.

Wann hast du das letzte Mal ein schönes duftendes Bad genommen? Wann hast du das letzte Mal deine Lieblingsmusik gehört? Magst du eine Massage? Machst du Sport oder andere Körperübungen? Nimmst du dir Zeit für deine Seele und dein Inneres?

Stufe dies als wichtig ein und füge es genauso in deinen Plan ein (z.B. in den Wochenplan).

Jetzt rufen vielleicht einige, ich plane doch nicht, wann ich ein Bad nehme!
So strikt ist dies auch nicht gemeint. Lass einfach freie Zeit für dich übrig, in der du dann das tun kannst, wonach dir gerade ist. Aufgabe: Erholung, Schönes für die Seele.

Bei wichtigen Themen in deinem Leben ist Selbstdisziplin ein Segen.

Mach dies regelmäßig.

Etwas schwierigere Aufgaben

Folgende Aufgaben oder auch Herausforderungen stehen oft wie ein Berg vor uns und erschöpfen uns meist völlig, da sie persönlich sind, uns an körperliche und geistige Grenzen bringen und das soziale Umfeld betreffen. Einige Beispiele:

Aufgaben mit etwas Vorbereitung und Engagement

  • Der immer währende Streit in der Familie nervt dich total, raubt dir Kraft und belastet dich. Suche nach Lösungen! Sprich mit den Beteiligten! Nimm auch Hilfe von Außen an!
  • Dein Chef verhält sich dir gegenüber schlecht. Versuche eine innere Haltung über deinen Wert zu erlangen, sprich ihn darauf an oder suche dir etwas anderes!
  • Wenn du dich um einen Menschen kümmern musst, mach das Beste draus. Wenn du ihn magst, hat es einen tiefen Wert.
  • Wenn du dich ausgenutzt fühlst oder etwas mehr Abstand vom „Mami, machst du mal…“ wünschst, rede mit den betroffenen Familienmitgliedern. Nichts ist selbstverständlich. Es geht um Geben und Nehmen, besonders in der Familie.
  • Putzen, aufräumen: Besprich dies mit den Mitbewohnern! Wenn du alleine wohnst, lege feste Zeiten dafür fest.
  • Muss mal wieder die Wohnung gestrichen werden, beziehe andere mit ein. Das kann auch lustig ablaufen und dabei wird dann auch endlich mal aussortiert. Wieder Loslassen 🙂 (→ Krafttier Rotkehlchen).

Ich habe vor, dies für 2016 so durchzuziehen. Angefangen habe ich schon. Es ist ein befreiendes Gefühl, sich solche Aufgaben und Belastungen von der Leber zu schreiben. Alles ist zwar noch da, aber nicht mehr in mir drinnen als drückendes, drängelndes, forderndes Monster.

Probiere es aus.

Es ist ganz egal, ob du dies auf einer Tafel schreibst, in einem Block, in deinen PC oder dein Handy, oder in deinen Kalender. Auch ein schönes kleines Notizbüchlein erfüllt seinen Zweck.

Ich benutze dazu einen Kalender von Paperblanks. Die sind wunderschön und praktisch, in vielen Größen erhältlich und es macht einfach Freude, sie in die Hand zu nehmen. Woche für Woche trage ich die wiederkehrenden Aufgaben ein, einmalige Aktionen (schnell zu erledigen) und auch die Herausforderungen, an denen ich etwas arbeiten muss und die ich verändern möchte.

Die Selbstdisziplin zeigt sich nun darin, diese Listen, Wochenpläne auch einzuhalten.

Selbstdisziplin lernen ist nicht so schwer

Am Ende der Woche schaue ich in meinen Kalender, ob ich alles geschafft habe und freue mich, wenn es so ist 🙂

Wenn nicht, übertrage ich die Aufgabe auf die neue Woche und gebe mein Bestes.

So habe ich immer das Gefühl, nichts zu vergessen und an meinem Wunsch, etwas zu schaffen bzw. erschaffen, dran zu bleiben und weiter zu wachsen. Und ein wenig Platz lasse ich natürlich für Unvorhergesehenes, denn das kommt bestimmt immer noch dazu.

Bei Dingen im Leben, um die wir nicht herum kommen oder die wir verändern wollen, ist Selbstdisziplin wichtig. Unsere Gedanken zu reinigen gehört auch dazu.

Also entsorge Müll aus deinem Kopf und übe dich in Selbstdisziplin. Das ist sogar die wichtigste Art von Selbstdisziplin. Denn in ihr steckt Selbstliebe.

Das nächste Mal geht es um die großen Aufgaben, Ziele und Wünsche, die wir alle haben. Da gibt es auch eine sehr schöne Lösung. Freu dich drauf.

Wie selbstdiszipliniert bist du?

Rapunzel-Lounge Astrid Ryzek

Astrid Ryżek verbindet ihr künstlerisches Gespür mit tiefem Wissen, was an geistiger Kraft in den Dingen und Bildern für uns bereit liegt. Integriere Bilder der Kraft in dein Leben. Höre ihre Botschaften. Lass Veränderung leicht geschehen.
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